Hannover Messe 2019 – die Top 5 Themen auf der größten Industrieleitmesse

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Die interessanten Gespräche und vielfältigen Eindrücke lassen fast automatisch spannende neue Use-Case-Ideen sprießen. Hier haben wir unsere Top 5 Themen der Hannovermesse zusammengestellt:

1. 5G – Mobile Kommunikation

Während die Mobilfunkbetreiber noch um die Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G bieten und dem Staat wahrscheinlich Milliarden von Euro in die Kassen spülen, setzt die Industrie darauf, dieses schnelle und breitbandige Kommunikationsnetz eher in lokalen, abgeschlossenen Bereichen einzusetzen, wie etwa einer großen Fertigungsstätte oder einem Hafen. Überall, wo eine Verkabelung auf Grund von anderen Gegebenheiten schwierig ist, oder Fahrzeuge, Roboter oder Drohnen in die Prozesse integriert sind, kann ein schnelles und breitbandiges Mobilfunknetz von Nutzen sein. Ericsson zeigte einen Roboter, der völlig ohne Steuerungslogik auskommt, da er über 5G seine Sensordaten senden und Steuerungsbefehle erhalten kann. Dadurch wird er deutlich leichter und billiger. Überdies lässt sich ein solches privates Netz auch deutlich besser absichern.

2. Die Digitale Fabrik – ein Prestigeobjekt vieler Großkonzerne

Viele der großen Aussteller zeigten, wie vernetzt die (neuesten!) Standorte in der Produktion sind. Connected Machines und digitale Zwillinge werden eingesetzt, um Daten in der virtuellen Ebene über Dashboards zu visualisieren und somit die Prozesse innerhalb der Produktion zu optimieren. Ganz in diesem Zeichen präsentierte sich beispielsweise der Rittal-Stand: Er widmete sich dem neuen Werk in Haiger, welches hochgradig automatisiert und mit i4.0 Technologie ausgerüstet ist.

3. AR und VR für Service, Entwicklung und Produktvorstellung

AR-und VR-Showcases finden sich in großer Zahl auf der Messe – mit recht unterschiedlicher Realitätsnähe. Sicher ist es interessant, sich einmal virtuell auf einem Windkraftwerk umzusehen – realitätsnähere Anwendungsbeispiele finden sich jedoch in der AR-unterstützten Fertigung (Stichwort Wissensmanagement), bei Service und Maintenance. Unser Partner PTC zeigte, wie mit Vuforia Studio und ThingWorx 3D CAD-Daten und Realtime-Betriebsdaten den Service-Techniker unterstützen.
AR ist der nächste große Schritt für digital unterstütztes Arbeiten – nicht nur auf Messeständen. Während dort eine Hololens vielleicht ein nutzbares Device ist, aber für eine kontinuierliche Nutzung zu schwer und unhandlich, gibt es Anbieter, die deutlich stärker auf die „Wearability“ achten.
Diese leichte „Brille“ von Konica-Minolta haben wir uns ausführlicher angeschaut. Durch in die Brille projizierte Daten lässt sich der Service mithilfe von digitaler Unterstützung optimieren.

4. KI in der Robotik – erste Prototypen unterhalten das Publikum!

Auch das Thema künstliche Intelligenz findet starkes Interesse – selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgte bei ihrem Messebesuch fasziniert ein Tischtennisturnier gegen einen KI Roboter. Ein anderes aufmerksamkeitsstarkes Beispiel war ein Air-Hockey-Spiel. Die spielerischen Fähigkeiten der Roboter lassen sich natürlich auch für industriell interessantere Anwendungen nutzen. Aus dem Tischtennis-spielenden Roboter entwickelt sich in Zukunft ein Cobot, ein sogenannter „cooperative robot“. Der muss natürlich sehr genau erkennen, was der Mensch in seiner unmittelbaren Umgebung tut, und sein Verhalten auf Basis der erfassten Sensordaten in Real-Time anpassen.
All diese Anwendungen basieren auf der extrem schnellen Erkennung von Sensordaten, seien es Kamerabilder, Infrarot oder Radar, und deren Verarbeitung in einem Machine-Learning-Modell oder Neuronalen Netz.

5. IIoT-fähige vernetzte Produkte

Von digitalen Ventilen über Pumpen bis hin zu Kugel- und Wälzlagern: Alle Bauteile und die Steuerungstechnik sind mit Sensorik ausgestattet und IIoT-fähig. So konnten wir am Stand von Schaeffler mit Sensoren ausgestattete Lager und Direktantriebe begutachten. Interessanter und zweckentfremdender Use-Case: Die Direktantriebe werden als Generator genutzt. Die Gepäckwagen, mit denen die Gepäckcontainer vom Flugzeug zum Terminal gebracht werden, müssen getrackt werden, da sie oft irgendwo auf dem Vorfeld abgestellt werden. Der zum Generator umfunktionierte und auf die Achse montierte Direktantrieb liefert die Energie, die für die Sensorik (GPS, LTE) notwendig ist.
Ganz dem Messe-Motto „Industrial Intelligence“ entsprach auch der Vortrag von Dr. Markus Eisel „From connected machines to Digital Processes and Servitization –Best Practices” auf der bitkom-Bühne. Anhand von zwei Beispielen stellte er vor, wie Unternehmen mit Hilfe von IIoT-Lösungen ihre Prozesse digitalisieren und neue Services kreieren können.

Unser Fazit:

Die Digitalisierung in der Industrie nimmt enorm an Fahrt auf. Insbesondere durch die Vernetzung aller Komponenten in Maschinen und Fabriken entstehen ganz neue Szenarien und Use-Cases der Digitalisierung. Die Entwicklung von AR-Devices schreitet ebenfalls fort und wird bei ihrem Einzug in die Arbeitswelt vielfältige Potenziale eröffnen.

Bild- und Videorechte: © SyroCon Consulting GmbH

 

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