Vernetzt, akzeptiert, profitiert: IoT für Hersteller UND Kunde

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Mehrwert und Vertrauen aufzeigen - so können Kunden und Hersteller von IoT-Lösungen profitieren.
Mehrwert und Vertrauen aufzeigen - so können Kunden und Hersteller von IoT-Lösungen profitieren.

Von Prozessoptimierung über Kostenreduktion bis Service-Innovation – Hersteller von Maschinen und Anlagen sind sich des enormen wirtschaftlichen Potenzials von IoT-Lösungen bewusst und setzen zunehmend auf vernetzte Produkte. Wesentliche Anwendungsbereiche sind hier der Service, die Supply-Chain für Verbrauchsmaterial und die Gewinnung von Kenntnissen zur Maschinennutzung, um Produktinnovation zu steuern.

Um solche Prozesse wirklich zu optimieren, ist eine kontinuierliche Übertragung von Maschinendaten zur IoT-Plattform des Herstellers zwingend erforderlich. Hier entsteht oft eine wesentliche Hürde: Die Kunden der Hersteller sehen die kontinuierliche Übertragung so umfangreicher Daten schnell als kritisch an, erfordert es doch einen gewissen technischen Aufwand und lassen sich hieraus auch Informationen über Kundeninterna ableiten.

Überwinden lässt sich diese unterschiedliche Interessenlage, indem allen Seiten offensichtliche Mehrwerte bewusst werden. So wie der Nutzer von Google Traffic seine Daten Google – und anderen – bereitstellt, so gilt es den Nutzern der Maschinen und Anlagen aufzuzeigen, welche Mehrwerte durch die Vernetzung der Maschinen mit einer zentralen IoT-Plattform entstehen.
Das bedeutet, die Geräte-Nutzer bereits bei der Konzeption der IoT-Lösung und der Definition der Use Cases mit ins Boot zu holen. Das stärkt nicht nur die kundenseitige Akzeptanz für die Vernetzung mit der eigenen IoT-Lösung, sondern schafft auch Vertrauen bezüglich des Zugriffs auf die Daten der Kundengeräte.

Der Kunde ist IoT-König

Primäre Nutzen für den Kunden des Herstellers sind diejenigen, die seine Prozesse in Produktion und Fertigung optimieren, wie zum Beispiel umfassende Daten zur Performance der Maschine oder Informationen zur Optimierung der Auslastung. Im Idealfall ist der Nutzen so groß, dass der Kunde sogar bereit ist, für solche Services zu zahlen.

Sekundäre Mehrwerte optimieren die Prozesse des Herstellers, aber auch der Kunde profitiert davon. Hier steht der Bereich Service an erster Stelle. Mit Technologien wie Anomalie-Erkennung und Predictive Maintenance können Ausfallzeiten reduziert und die Overall Equipment Effectiveness (OEE) gesteigert werden. Dem Hersteller nutzen diese Anwendungen insofern, als dass der optimierte Service Kosten reduziert und bei der Entwicklung neuer Service-Produkte hilfreich ist.

Der Schlüssel liegt in der Konzeptionsphase: Wer als Hersteller seine Kunden aktiv in die Planung von IoT-Lösungen einbindet und von Anfang an auch kundenbezogene Use Cases definiert, erhöht die Akzeptanz für die Vernetzung seiner Maschinen und Anlagen. Der Kunde erkennt so neben dem verbesserten Service seitens des Herstellers auch eigene Benefits und behält zudem stets die Kontrolle darüber, welche seiner Geräte vernetzt sind und welche Daten diese mit der IoT-Anwendung des Herstellers austauschen. Das GO für die Vernetzung ist damit quasi vorprogrammiert!

Roboter-Daten per Dashboard

Dass die synergetische IoT-Nutzung zwischen Hersteller und Kunde keine graue Theorie ist, zeigt ein aktuelles SyroCon-Projekt. Für einen Hersteller von Labor-Robotern haben wir eine IoT-Lösung auf Basis der ThingWorx IoT Plattform von PTC entwickelt. Die Anwendung wird in der Microsoft Azure Cloud betrieben und bietet dem Kunden als Betreiber der Laboreinrichtung aussagekräftige Informationen über die Verfügbarkeit und Auslastung seiner Geräte. Die an die Plattform angebundenen Geräte des Laborbetreibers liefern zyklisch Daten über den Status der durchgeführten Prozeduren, die verwendeten Verbrauchsmaterialien sowie etwaige Fehlerzustände. Dabei kann der Kunde festlegen, welche Gerätedaten er für die Übermittlung an die IoT-Lösung des Herstellers zulässt und ob diese anonymisiert oder in Klartext gespeichert werden sollen. Über individuell konfigurierbare Dashboards bekommt der Kunde somit automatisiert stets aktuelle Informationen über die Performance seiner Laborgeräte zur Verfügung gestellt und kann diese über Web-Browser auf beliebigen PCs und Tablets jederzeit abrufen. Der Hersteller wiederum sammelt die Zustands- und Performance-Daten in einer Cloud und kann auf dieser Basis Prozesse im Kundenservice, seine Produkt-Innovation und weitere Anwendungsfälle verbessern. IoT wird so zur Win-win-Situation!

Autor:

Franz-Josef Eberle
Business Unit Manager Processes & Networks

 

Bildrechte: © SyroCon

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